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Reisekalle | Landschaftsbilder – Reisebilder – Reiseblog

Posted on April 10, 2011 - by reisekalle

Winter ade! Guten Tag, lieber Winter?

Blog

Inselhopping Kanarische Inseln 2. Teil

Reisegeschichte

Kanarische Inseln mit den von mir benutzten Fährverbindungen. Von rechts nach links: Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera, El Hierro im Südwesten und La Palma im Nordwesten. Die Fährverbindungen: Von Cádiz nach Arrecife (Lanzarote) mit Acciona. Alle anderen Transporte wurden mit der Armás gemacht. Von Playa Blanca (Lanzarote) nach Corralejos (Fuerteventura). Von Morro Jable (Fuerteventura) nach Las Palmas de Gran Canaria. Von Las Palmas de Gran Canaria nach Santa Cruz de Tenerife. Von Los Cristianos (Teneriffa) nach San Sebastián de la Gomera. Von San Sebastián nach Valverde (El Hierro) und nach Santa Cruz de la Palma. Von Santa Cruz de la Palma nach Santa Cruz de Tenerife.

Der Wetterbericht verspricht eine sonnige Fahrt in den Süden

Seit dem 4. Januar bis einschließlich dem 2. April dieses Jahres versuchte ich gemeinsam mit meinem Toyota Land Cruiser, den ich zwecks Schlaf- und Arbeitsmöglichkeit umgebaut hatte, mit mehr oder weniger großem Erfolg dem Winter zu entrinnen. Das Ziel waren die Kanarischen Inseln. Unterwegs ergab es sich, dass ich einen längeren Aufenthalt in Andalusien, wie auf Madeira einschob. Andalusien ergab sich aus den Umständen eines mangelhaften Wetterberichtes. Dieser suggerierte mir 10 Tage vor meiner Abreise, sonnige Tage auf meiner Route durch Deutschland, Frankreich und Spanien bis nach Cádiz. Deswegen entschloss ich mich für eine Sightseeingtour auf knapp 2500 km langen Landstraßen. Ich wollte am Dienstag den 4. Januar gegen 8 Uhr starten. Da die im einwöchigen Rhythmus auslaufende Fähre  erst am darauffolgenden Dienstag um 17.00 Uhr den Hafen von Cádiz verlassen werde, stellte ich mich auf eine gemütliche, zwar kalte aber Sonnenschein gesegnete, Fahrt gegen Süden ein. Dummerweise – ich hätte es wissen müssen – lag der Wetterbericht (ich schaue meisten bei wetter.com vorbei) mit seiner Prognose vollkommen daneben.
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Die Wünsche, die sind sonnig. Die Realität, die ist grau!

Der zehn Tage voher angekündigte dauerhafte Sonnenschein entpuppte sich, je näher der Abreisetermin kam, als unbeständig wechselshaft. An meinem Abreisetag verließ ich Hanau  um 8 Uhr, bei 3 Grad im Nebel. Der bald einsetzende Regen gab mir deutlich zu Verstehen, dass er diesen Tag nicht gewillt war, die Sonne durchzulassen. Ich tröstete mich mit dem nächsten Tag, den Wetter.com als leicht bewölkt angekündigt hatte. Kurz vor Dijon übernachtete ich auf einem Parkplatz neben der Landstraße irgendwo zwischen Montigny-le-Roy und Langres. Über Nacht sanken die Temperaturen auf Minus 6°C. Im Schlaf spürte ich kaum etwas davon, denn ich hatte eine dicke Bettdecke dabei, die ich vorausschauend für die eingeplanten Übernachtungen in den Pyrenäen und Andorra eingepackt hatte. Beim Aufwachen ließ mich die Undurchsichtigkeit meiner vereisten Frontscheibe  die Kälte außerhalb meines Toyotas erahnen. Meine kühle Nase, welche die ganze Nacht unvorsichtigerweise aus der Bettdecke hervorgeschaut hatte, bekräftigte ebenfalls meine Befürchtungen.  Ich hätte mich am liebsten noch ein wenig vor dem Aufstehen gedrückt. Leider zwangen mich gewisse Geschäfte aufzustehen, welche – wenn ich sie ignoriert hätte – mich mit unangenehmen Folgen bestraft hätten. Es war windstill, dadurch war die Kälte erträglich. Weniger erträglich war der permanent graue Himmel, der nach Ablauf der Dämmerung, penetrant ins Blickfeld rückte und mir auch heute deutlich zu verstehen gab, dass dieser Tag nicht anders werden würde, wie der gestrige. Ich ahnte, dass ihn mein Stinkefinger im wahrsten Sinne des Wortes kalt lassen würde, also unterließ ich es, mich dieser Lächerlichkeit Preis zu geben und suchte schleunigst die nächste Autobahn, um – meine Sightseeingtour außer Acht lassend – in Windeseile gen Süden zu fahren.
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Es kam der dritte Tag und ich sah, dass alles gut war

Es bedurfte einer weiteren Übernachtung auf einem Autobahnparkplatz kurz hinter Madrid, bevor ich mein Ziel erreichte. Meine Augen wollten einfach nicht mehr offen bleiben, selbst wenn ich Streichhölzer zwischen meine Augenlider gesteckt hätte. Ich musste meine Ungeduld zügeln. Nach dieser Ruhepause dauerte es noch mehr als 600 km und ca. 5 Stunden bevor sich mir der Himmel endlich zaghaft mit einem blauen Lächeln zeigte. Dies war kurz vor Cádiz, als die Wolkendecke aufriß. Die restlichen 6 Tage in Andalusien bis zur Abfahrt waren angenehm. Die Temperaturen lagen zwischen 17 und 20 °C. Ein gelegentlicher Regenschauer konnte die sonnige Laune kaum verderben. Der kurze Aufenthalt in Andalusien weckte die Sehnsucht und die Neugierde nach mehr.

Zahlreiche hügeliche Ackerflächen bei leicht bewölktem, blauem Himmel. IN der Mittel der Felder liegt eine dunkelgrüne Buschreihe serpentinen artig. Der leichte Schatten der Wolken auf den sonnengelben Feldern macht die Landschaft plastischer. Dazwischen sind spärlich grün bewachsene Flecken eingeflochten.

Meine Ankunft in Arrecife/ Lanzarote bot mir genau das, was man von den Kanarischen Inseln erwartet, nämlich Sonnenschein. Davon hatte ich die nächsten 6 Tage, denn so lange dauerte dort mein Aufenthalt, in Fülle. Auf Fuerteventura der sonnenreichsten Insel dieses Archipels war das Wetter etwas unbeständiger. Da es dort aber kaum nennesnwerte Berge gibt, welche in der Lage gewesen wären, die durchziehenden Wolken aufzuhalten, gab es – troz gelegentlicher Regenfälle und eines starken Unwetters – keinen Tag ohne Sonne.
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Taktik ist der Joker für den Sonnenschein

Dunkle Berge erheben sich vor blauem Himmel. Dazwischen versuchen sich die Wolken durchzukämpfen.

Man sollte meinen, dass wenn sich die Zeit dem Frühling nähert, das Wetter freundlicher werden würde. Dem war ganz entschieden nicht so. Der März gilt sogar als einer der regenreichsten Monate auf den Kanaren und dies zeigte er mir mit Nachdruck. Glücklicherweise waren auf allen anderen Inseln, die ich nach Fuerteventura besuchte, die Berge so hoch, dass wenn die Wolken sich auf der einen Bergseite verdichteten, sie auf der anderen Seite vollkommen fehlten, so dass ich mir fast immer durch taktische Routenplanung den Sonnenschein erkämpfen konnte. Nur tief in den Bergen hielten sich die Wolken hartnäckig, was ich vor allem auf Madeira zu spüren bekam. Die einzige Chance für die Sonne, waren die schmalen Küstenstreifen im Süden.

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Der Winter hält Einzug

Die die schneebedeckte Kuppe des Teide ragt dominierend im bläulichen Licht.

Wenn es nicht regnete, dann schneite es. So war der höchste Berg Spaniens und dritthöchster Inselvulkan der Welt, der Teide, während meines Aufenthaltes für Wanderer wegen Schneefalls gesperrt. Mit seinen 3718 m Höhe nimmt er sich im Winter öfter das Recht heraus verschneit zu sein.  Am Wochenende bevölkterten die Tinerfenos die Hochebene des Parque del Teide zwischen Boca Tauce und El Portillo und freuten sich wie Kinder über das, vor dem ich auf der Flucht war. Das tiefe blau des Himmels und die wärmende Sonne schufen jedoch ein sommerlich-winterliches Paradies, so dass sich der Schnee nicht wie in Deutschland feindlich drohend mit dem Tagesgrau vermischte, sondern spielerisch verführerisch zur Überschwenglichkeit verführte. Die Tinerfenos setzten auf die Kühlerhaube kleine Schneemänner, welche am Abend wie Galleonsfiguren die Autos hinunter zur Küste führten, meistens aber schon vorher als weißer Fleck den Straßenbelag zierten.

Der Nebel war mein Zuhause

In La Palma waren die Berge ab 800 m Höhe fast jeden Tag im Nebel. Da La Palma fast lückenlos rund um die Insel an der Küste dicht besiedelt ist, blieb mir nur die Übernachtung im Landesinneren. So waren nachts oft dichter Nebel und Temperaturen zwischen zwei bis sechs Grad meine Schlafgenossen. Auch hier musste ich leider eine Traumwanderung in der Caldera Taburiente, dem Aushängeschild La Palmas aufgeben. Der Zugang wurde wegen Schneefall und Nebel von den Rangern verwehrt.
Zu diesem Zeitpunkt  möchte ich erwähnen – um alle evtl. Vorurteile im Keim  zu ersticken – dass ich zu keinem Zeitpunkt auf den Inseln den Spaß und die gute Laune verloren hatte.  Es war in diesem Winter erheblich kühler als sonst. Es regnete auch mehr als sonst. Dennoch sind letztes Jahr vor allem auf Madeira die größeren Umweltkatastrophen geschehen. Und trotz des vielen Regens, habe ich fast jeden Tag die Sonne gesehen und bin auf jeder Insel mindests einmal baden gegangen.
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Die Schneeinsel

Toyota Land Cruiser in der Frontansicht. Leicht aus der Froschperspektive. Fahrt durch 30 cm hohen Schnee

Madeira bildete schließlich den Gipfel aller winterlichen Unverschämtheiten. Diese Insel gehörte ursprunglich nicht zu meinen Etappenzielen. Als ich jedoch hörte, dass die Fährgesellschafft Acciona, welche von Cádiz aus zu den Kanarischen Inseln fährt, wesentlich teurer sei als die Armás mit ihrer Route über Madeira nach Portimao in Portugal, packte ich die Gelegenheit beim Schopfe. Obwohl es nun schon Mitte März war holte mich dort der Winter – sozusagen als Vorfreude auf Deutschland – endgültig ein. In der zweiten Woche meines Aufenthaltes waren ab 1000 m Höhe die Straßen wegen Schneefalls gesperrt. Ein Geschehnis,welches Madeira seit 300 Jahren nicht kannte.
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Wie es der Zufall wollte, fand ich ein Schlupfloch zur Hochebene  Sierra da Paul. Mag sein, dass zu dem Zeitpunkt als ich losfuhr, die Polizisten noch schliefen oder die Absperrung dank des typisch  südlichen Chaos an der nordwestlichen Auffahrt von Porto Moníz aus vergessen wurde. Am Paso de Poiso, der Zufahrt zur Sierra vom Osten her, fehlten ebenfalls die Absperrungen. Dafür gab es welche an den weniger befahrenen Seitenstraßen , die von der Südküste zur Hochebene führten. Wahrscheinlich war man bei der Absperrung der Sierra da Paul nur halbherzig dabei, weil die ganze Konzentration auf die Absperrung der Zufahrt zum 1800 m hohen Pico Arieiro verlegt wurde. Dort standen tagsüber sogar Polizisten. Solch ein persönlicher Einsatz scheint in Spanien und Portugal - vielleicht sogar in allen südlichen Ländern –  notwendig zu sein, wenn man ein Verbot  zu 100% als solches ausdrücken will. In einem anderen Artikel werde ich dieses Phänomen näher beschreiben. Denn Absperrungen, rote Ampeln, Verbote und Gebote sind meistens nur eine Auslegungssache zu Gunsten des optimalen Verkehrsflusses.
Auf der Sierra de Paul kämpfte ich mich bald durch 30 cm hohen Schnee, wobei man das Kämpfen nicht als Anstrengung betrachten sollte, weil es für meinen Allrad eine Leichtigkeit war. Nicht so für einige Touristen, die sich leichtsinnigerweise mit Ihrem Kleinwagen ohne Winterbereifung und Schneeketten dorthin wagten und schließlich, nach dem sie der Mut verlassen hatte,
sinnlos den Weg versperrten.
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Regen, Minusgrade, Sonnenschein und gute Laune

So kam es, dass ich selbst auf den sommerlichen Inseln, weil ich meisten in den einsamen Bergen übernachtete, oft mit Kälte konfrontiert wurde. Fünf, zwei oder sogar Null Grad Celsius waren nachts ab 1200 m Höhe öfters mein Begleiter. Es minderte jedoch nicht die Freude des Reisens. Ich hatte ja immer die Wahl zu einer Rückzugsmöglichkeit an der Küste. Die wärmsten Tage begannen jedoch am Ende meiner Reise. Ich traf mich
mit meiner Lebesngefährtin am 21.März in Malaga, um endlich Urlaub zu machen. Nach fast drei Monaten der Trennung waren wir fast wie frisch Verliebte und die Sonne belohnte uns Glückliche  in
diesen 14 Tagen mit Temperaturen zwischen 22 – 27 Grad und einsamen Stränden.

Je zwei einsame leere Liegestühle schräg gegeneinander gestellt, unter zwei Strohsonnenschirmen auf weißem Sandstrand. Dahinter schimmert das türkisgrüne Meer. Zwischen den Schirmen ist ein Schiff zu erkennen. Darüber blauer Himmel mit weißen Wolken.. Dahinter

In Deutschland begrüßten uns wider Erwarten ähnliche Temperarturen, so dass ich behaupten kann, trotz ein paar kleiner Zwischenfälle durch das Wetter, den Winter 2010/11 erfolgreich umgangen
zu haben.
Dieser Eintrag wurde am Sonntag, April 10th, 2011 um 18:59 geschrieben und fällt unter die Kategorie: Blog. Du kannst jedem Eintrag und jeder Antwort folgen mit dem RSS 2.0 Feed. Sie können eine Antwort, oder eine Rückverfolgung von ihrer eigenen Seite hinterlassen.

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